"informellnatur" eine Ausstellung kuratiert von Olaf Holzapfel

- Mike Bouchet (US) Gabriel Kuri (Mex) Sonja Gerdes (D) Juan Fernando Herrán (Co) Olaf Holzapfel (D) Sofia Hultén (S) Jenny Rosemeyer(D) Yorgos Sapountzis (GR) Joep van Liefland (NL) Nik Nowak (D) Michael Sailstorfer (D) Suse Weber (D) Johannes Weiss (D) Guido Yannitto (Arg)

Galerie Sabine Knust Knust x Kunz +
Ludwigstr. 7 Theresienstr. 48



5. Mai bis 7. Juni
Pressemitteilung

Die Ausstellung "informellnatur" umfasst Werke von 14 Künstlern, ausgewählt und kuratiert vom Dresdner Künstler Olaf Holzapfel und findet an zwei Orten statt sowie als Plakat-Aktion im Münchener Stadtraum.

Alle gezeigten Werke stehen in einem Bezug zu Natur. Kunst und Natur – Kunst und Technik sind die Themenbereiche, die von den Autoren und Interviewpartnern der begleitenden Publikation behandelt werden. Thomas Groetz widmet sich dabei dem historischen Hintergrund des Themas Natur in der Kunst, Birgit Sonna der aktuellen Gegenwart, die in den Werken der Künstler aufscheint.

Der Ansatz der Ausstellung ist ein struktureller, es geht um Skulptur als Träger von Information über Landschaft, die Verwandlung der Natur in Raum und Form. Oder auch um eine Art Umkehrung, wenn offensichtlich Künstlichem, Artefiziellem eine Naturhaftigkeit zugeschrieben wird. Es kann um Naturelemente gehen, die Gegenstand einer Skulptur, eines Fotos, eines Videos, einer musikalischen Komposition sind. Es kann um die Beziehungen, von Mensch, Sprache, Ding, Gesellschaft und Umraum gehen. Das Prozesshafte als künstlerische Methode, eingeschrieben in den Werken, steht im Mittelpunkt der Ausstellung.

Teilnehmer und Werke:

Mike Bouchet
New Newton Stack, 2011crushed USM Haller shelving, miniature carpet,Carpe Denim Jeans, golf club, various books, 90 x 80 x 60 cm

zeigt die Skulptur eines zusammengefalteten Bücherregals. Unter immensen Druck ist das Bücherregal als bürgerliches Symbol der Wohlstandsbildung einschließlich Golfschläger und Jeans zu neuer Form gelangt.
Sonja Gerdes
OXYGENENERGIZER
www.oxygenenergizer.com
ist das Konzept der Ankündigung eines auf Sauerstoff basierenden Motors. Die Arbeit wird als Kozept mittels Plakatur im öffentlichen Raum vom 27.5. – 6.6.2011 vorgestellt. In der Ausstellung sind mehrere "Talisman for Oxygenenergizer" in Bronze zu sehen.

Juan Fernando Herrán
ist ein kolumbianischer Künstler, er lebt und arbeitet in Bogotá. Er wird auf der diesjährigen Biennale Venedig im Lateinamerikanischen Pavillon ausstellen. Seine Foto Serie Campo Santo zeigt simple Kreuze im Feld und Dschungel aus einfachsten Materialien, aus vor Ort gefundenen Materialien.

Olaf Holzapfel
Lichtbild 2/3 Atlas, 2011
Heu auf Drahtgeflecht fixiert
160 x 117 cm

Die Skulpturen, Gemälde und plastischen Bilder Olaf Holzapfels sind abstrakt. In ihrer Abstraktion nehmen sie Bezug auf die reale Welt, in dem sie Strukturen und Prozesse der Natur, von Lebenswelt und Kommunikation auf eine höhere formale Ebene bringen. Dadurch entstehen verführerische ungegenständliche Bildformen. Olaf Holzapfel verknüpft in seinen Materialbildern und Gewebe-Installationen das Prozesshafte lokaler Handwerkstechniken mit abstrakten Bildformen der Avantgarde-Tradition.


Sofia Hultén
If you want to hide a tree, go to the forest, 2010
Unique work / Wood, paint, nails
Dimensions variable / ca. 400 x 160 x 2 cm

Ist in der Ausstellung mit einer Videoarbeit und einer Skulptur vertreten:
„Nine pieces of found wooden beading from a house renovation in Berlin are 'hidden' within an arrangement of many newly made variations on the found pieces.“


Gabriel Kuri
Untitled (2 parking spaces, found), 2009
ca. 130 x 170 x 3 cm
3 marble slabs, 2 parking tickets

Das Werk besteht aus Marmorplatten und Parktickets. Die gerundeten Formen schwarzen Mamors versetzen den Naturstein optisch in eine lateinamerikanische Hommage an die Minimal Kunst. Die eingeklemmten Parktickets erzeugen einen direkten physischen Reiz beim Betrachter und erlauben über die Diskrepanz von Material und Zeitbezug eine gedankliche Brücke in die Gegenwart konzeptueller Kunst.
Joep van Liefland

VP 2129-2Fo (Objects of communication), 2011
Diverse Materialien
240 x 168,5 x 62 cm

Hartes Neonlicht schlägt aus der übermannshohen Vitrine Lieflands. Die Apotheose des Videorecorders findet sein Gegenüber in den verstreuten Zigarettenstummeln im Niemandsland dieses Industriestilllebens.


Nik Nowak
Tweeter, 2011
Aluminium, Glasfaser, Hochtöner, Elektronik
170 x 75 x 50 cm

Strukturelle Akustik begegnet einem in den Werken Nik Nowaks. Eine Komposition, die sich an den von Insekten erzeugten Geräuschen orientiert, schwingt zwischen den zwei Hörnern eines hängenden Lautsprechersystems.

Jenny Rosemeyer
Smallville, 2005
Fotocollage
175 x 125 cm

In großformatigen schwarz/weißen Fotocollagen werden im Rekurs auf vorhandene und eigens erstellte Bildwelten Architektur, Raum und Natur zum Fundament einer psychedelischen und doch sehr realen Popwelt.

Yorgos Sapountzis
Somsok, 2007
Video duration: 6 min.
music: Oyvind Torvund

the artist:
"If there is a common thread running through my work then this could be the aesthetic engagement with damaged objectivity. The more our cultures deny to objects any significance, other than serving as fodder for established abstract-rational procedures, the more the social need for objects rages, becomes insatiable. My interest in kitsch, in this respect, lies in that such a category simultaneously indexes a need that cannot be satisfied and serves as a tool of the falsification of such need, pretends it can satisfy it. Kitsch, thus, represents something that is denied and serves as the form of its denial. That “something” is what society both craves for and denies to itself: enchanted objects."






Michael Sailstorfer Michael Sailstorfer
Schwarzwald, 2010 Schwarzwald, 2010
Live-Schaltung Schwarzwald Cibachrome auf Alu-Dibond
Webcam, Fernseher Auflage 10
60 x80 cm

erscheint zweifach. Die Liveschaltung in den Wald zeigt den Verfall des schwarzen Quadrats. Das schwarze Quadrat im Wald ist schwarzer Boden, schwarze Blätter, schwarze Stämme, schwarze Äste.

Suse Weber
Rhetorica, 2010/2011
Emblematische Skulptur aus der Werkgruppe Formel: Marionette
Marionette: Aluminium, 115 x 70 x 70 cm
4 Wandhalter: Pappe gestanzt variable Größen
(Elemente à 100 x 30 cm), 33 Elemente: PVC, Pappe,
Siebdruck auf PTT-Hohlkammerplatte, Textil, Glas,
Hartfaserplatte, Gummi
verschiedene Größen

SUSE WEBER: 
 
Bezeichnete ich meine bisherigen Arbeiten "Emblematische Skulpturen",
so erweitert die Formel:Marionette  den Begriff um folgende Aspekte: 
die Vermehrung von Autorenschaft anstelle von Auflösung der Autorenschaft, 
sie operiert mit den Mitteln der Täuschung auf dem Gebiet der allgemeinen künstlerischen Praxis, beginnt ihre Bewegung als Aspekt ihres Wesens bereits im Herstellungsprozess und sie eröffnet eine neue Politik des Sprachraumes.
 
Sie ist keine Skulptur. 
Sie ist die Grammatik einer Skulptur.

Johannes Weiß
Wenn wir hierbleiben würden,
alle Wege würden zu uns hinführen, 2008
Polyester, 200 x 65 x 65 cm

Die zersägte Parkbank von Johannes Weiß steht für die gebrochenen und neu zusammengefügten Erwartungen des Bildes von Natur, das die Ausstellung evoziert. Ein neues Gleichgewicht in einem dynamischen System.

Guido Yannitto Guido Yannitto
Rio Juramento, 2010 NiFe, 2010, 5 Photographien
Textil, Plastik je 14 x 20 cm
Dimensionen variabel Auflage 3

Das Naturelement Wasser wird als Träger von Information begriffen. Ein in blau/weißen Streifen gewebter Wollteppich mit ausgedientem Spundfass wird zur Skulptur des Andenflusses Rio Juramento. In der Photographie Serie NiFe gewinnt der Künstler Wasser aus Klimaanlagen. Nickel und Eisen sind die Elemente aus denen der Erdkern besteht.